
Hochstrittige Eltern – dieser Begriff beschreibt eine Trennungssituation, die weit über normale Konflikte nach einer Scheidung hinausgeht. Wenn Sorgerechtsstreitigkeiten sich über Jahre hinziehen, Kinder zum Spielball werden und keine außergerichtliche Einigung auch nur ansatzweise möglich erscheint, sprechen Familiengerichte, Jugendämter und Psychologen von Hochstrittigkeit.
Der Begriff kommt ursprünglich aus dem Englischen – „high-conflict parenting“ – und wurde in Deutschland seit Ende der 1990er Jahre übernommen, als eine Kindschaftsrechtsreform dazu führte, dass Sorgerechtsstreitigkeiten deutlich häufiger und intensiver wurden. Heute stapeln sich die entsprechenden Fälle auf den Schreibtischen von Familiengerichten. Verfahren, die früher ein bis zwei Jahre dauerten, ziehen sich inzwischen mitunter bis zu zehn Jahre hin.
Typisch für hochstrittige Eltern ist, dass emotionale Themen im Vordergrund stehen – nicht das Wohl des Kindes, auch wenn das immer wieder beteuert wird. Die Konfliktdynamik nimmt mit der Zeit zu, nicht ab. Außergerichtliche Einigungen scheitern konsequent. Und die Kinder geraten zunehmend zwischen die Fronten – als Informationsquelle, als Druckmittel, als Beweis für die Unzulänglichkeit des anderen Elternteils.
Sehr oft, ja. In mehr als der Hälfte aller hochstrittigen Fälle weist mindestens ein Elternteil eine psychische Störung auf – am häufigsten Narzissmus, gefolgt von Borderline und Angststörungen. Das macht intuitiv Sinn: Wer nach einer Trennung in der Lage ist, jahrelange juristische Schlachten zu führen, Kinder emotional zu instrumentalisieren und jedes Angebot zur Einigung zu blockieren, zeigt ein Verhaltensmuster, das mit einer gesunden Persönlichkeitsstruktur kaum vereinbar ist.
Narzisstische Elternteile erleben die Trennung als narzisstische Kränkung – als Angriff auf ihr Selbstbild. Das Kind wird dabei zum Werkzeug der Rache oder zum letzten verbliebenen Machtmittel über den Ex-Partner. Nicht selten werden Kinder systematisch gegen den anderen Elternteil aufgebracht – ein Muster, das als Eltern-Kind-Entfremdung oder Parental Alienation bekannt ist.
Wer als gesunder Elternteil in einer hochstrittigen Trennungssituation steckt, kennt eine besondere Form der Erschöpfung. Es ist die Erschöpfung von Jahren juristischer Kämpfe, bei denen man immer wieder feststellt, dass Fakten wenig zählen, Vernunft nicht ankommt und der andere Elternteil keine Müdigkeit kennt. Das Nervensystem bleibt dauerhaft aktiviert – immer auf der Hut vor dem nächsten Schritt, dem nächsten Vorwurf, dem nächsten Anwaltsbrief.
Hinzu kommt die Ohnmacht: das Gefühl, das eigene Kind nicht schützen zu können, obwohl man alles versucht. Das hinterlässt Spuren – körperlich, emotional, seelisch.
Genau dort, wo Erschöpfung und Ohnmacht im Körper sitzen, setzt EFT – die Klopfakupressur – an. Bewusstes Atmen hilft dem Nervensystem, auch inmitten eines laufenden Konflikts immer wieder in einen Zustand innerer Stabilität zurückzufinden.
Wenn du dich in dieser Situation erkennst, findest du in meinem kostenlosen Newsletter „Vom Kopf in den Körper“ praktische Impulse, die genau dort ansetzen, wo du sie gerade am meisten brauchst.
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